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Feuerwehrmann Sam – Plötzlich Filmheld!

Fast Food fürs Gehirn. Der dritte „Sam“-Film behält das extrem niedrige Niveau der Vorgänger bei.

Fast Food nimmt man gern im Kino zu sich, vor allem in Form großer Popcorntüten und Colabecher. Fast Food auf der Leinwand ist dann allerdings eine Zumutung und geistig schwer verdaulich. Das Essen und Trinken kann man einstellen, wenn es zu viel wird, aber wenn man mal mit den Kindern im Kino sitzt, kommt man da nicht so schnell raus. Die jüngsten Zuschauer*innen, die mit „Feuerwehrmann Sam“ angesprochen werden, können nämlich noch nicht so genau unterscheiden, ob das nun qualitativ gut oder nicht gut ist, was ihnen da auf der Leinwand geboten wird. Wir Großen, die sie mit in diese Filme nehmen, haben da eine gewisse Verantwortung – und es sei an dieser Stelle eindringlich vor dem Feuerwehrhelden gewarnt.

Es ist nicht nur die Story, die hier nicht überzeugt. Es ist vor allem die Animation, die schlichtweg grauenhaft ist. Nicht nur, weil die Figuren optisch nicht einmal ansatzweise Charme besitzen und eher hässlich geworden sind, sondern auch weil die Ausführung der Bewegung sie zu steifen Pappkameraden degradiert. Wir sehen es dem Film förmlich an, in welcher Geschwindigkeit er am Rechner zusammengebastelt wurde. Dabei werden dann Bewegungen anderer Figuren imitiert – etwa von Spider-Man, wenn dieser auf drei Beinen landet – die hier nur lächerlich wirken. Auch die Vorspänne von James-Bond-Filmen müssen als Referenz herhalten. Ja, man erkennt die filmischen Verweise, ist dann aber umso mehr verstimmt, weil nichts eingehalten wird, was diese Anleihen versprechen. Um Hintergründe wurde sich offensichtlich gar nicht bemüht, die Stadt ist schlicht öde und leer, die Figuren stehen im Vordergrund herum, hinter ihnen tun sich genormte Häuserreihen auf und flächiges Grün als Wiese. Bleibt noch die Geschichte des dritten längeren „Sam“-Abenteuers: Sam wird Filmheld, weil er immer alles und jeden rettet. Das wäre eine schöne Gelegenheit gewesen, den jüngste Zuschauer*innen ein wenig über das Filmhandwerk zu erzählen. Aber davon haben die Macher*innen von „Feuerwehrmann Sam“ selbst offenkundig keine Ahnung.

Katrin Hoffmann

© justbridge Entertainment
5+
Animation

Fireman Sam: Set for Action! - Großbritannien 2018, Regie: Gary Andrews, Clint Butler, Kinostart: 03.01.2019, FSK: ab 0, Empfehlung: ab 5 Jahren, Laufzeit: 62 Min., Buch: Laura Beaumont, Paul Larson, Schnitt: Jim Andrews, Musik: David Pickvance, Produktion: Arlyn Bantog, Alex Jennings, Verleih: justbridge Entertainment

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