Kinder- und Jugendfilmportal > Editorial

Oktober 2019: Geschichte, lebendig erzählt

Ein dreizehnjähriges Mädchen wird sich bewusst, wie ungerecht vieles in ihrem Land ist und findet sich plötzlich inmitten der Friedlichen Revolution in der DDR im Jahr 1989 wieder. Und eine sechzehnjährige Jugendliche aus Westdeutschland, die sich bei einem Jugendaustausch Mitte der 1980er-Jahre in einen Gleichaltrigen aus Ost-Berlin verliebt, spürt auf einmal, dass die Berliner nicht nur politische Systeme trennt, sondern vor allem Menschen und erlebt die Überwachungsmaßnahmen und die Einschränkungen aus einer ganz eigenen Sicht. Mit „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte‟ von Ralf Kukula und Matthias Bruhn und „Zwischen uns die Mauer‟ von Norbert Lechner laufen in diesen Tagen gleich zwei Filme an, die mit dem Blickwinkel von Kindern beziehungsweise Jugendlichen über die DDR erzählen. Beiden gelingt, durch emotionale Geschichten deutlich zu machen, wie sich das Leben damals angefühlt hat. Barbara Felsmann hat für das Kinder- und Jugend-Filmportal „Fritzi‟ besprochen, der nach dem Kinderbuch „Fritzi war dabei‟ von Hanna Schott und Gerda Raidt entstand und – hier muss man mal ins Schwärmen geraten – brillant von Beate Völcker in ein Drehbuch übersetzt wurde. Heidi Strobel widmet sich unterdessen „Zwischen uns die Mauer‟, der ebenfalls literarische Wurzeln hat und auf dem autobiografischen Roman von Katja Hildebrand beruht. Zu letzterem hat Barbara Felsmann während des diesjährigen Kinder-Medien-Festivals „Goldener Spatz‟ auch ein Werkstattgespräch mit Norbert Lechner und der Hauptdarstellerin Lea Freund geführt.

Um persönliche Geschichte – und um das Überwinden von Grenzen in einem ganz anderen Sinne – geht es in Filmen wie „Yuli‟, dem Biopic eines Balletttänzers, in dem dessen Kindheit und Jugend eine besondere Rolle spielt. Holger Twele hat dies zum Anlass genommen, einen Blick auf Ballettfilme zu werfen und dabei insbesondere auf Geschlechterrollen zu achten. Ein schöner Anlass, um noch einmal Stephen Daldrys „Billy Elliot‟ zu entdecken, der sich seit seinem Start im Winter 2000 zu einem echten Klassiker entwickelt hat.

Wir wünschen aufregende und lehrreiche Zeitreisen in die Vergangenheit. Oder schwungvolle Filmmomente mit jungen Tänzerinnen und Tänzern.

Über das Kinder- und Jugend-Filmportal

Kinder- und Jugendfilme verdienen unsere Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil sie ein großes Publikum ansprechen, sondern auch, weil sie Kinder und Jugendliche über Jahre begleiten, indem sie an ihren Erlebniswelten anknüpfen und ihrer Lust auf Sinnen-Abenteuer folgen. Sie erzählen Geschichten vom Aufwachsen und sind zugleich als kulturelle Begegnung ein Stück erfüllter Kindheit. Auf dem Kinder- und Jugend-Filmportal bieten wir diesen Filmen den gebührenden Raum. Wir berichten fair, engagiert und mit Begeisterung über aktuelle Kinder- und Jugendfilme. Wir beobachten und beschreiben Trends und Tendenzen. Wir bilden die Bandbreite des weltweiten Filmschaffens für Kinder und Jugendliche in all seiner Vielfalt vom populären Unterhaltungsfilm bis zum Arthouse-Film ab. Wir wollen ein Forum für die Fachszene sein und vor allem wollen wir tiefgehende und fundierte Rezensionen bieten, die den Kinder- und Jugendfilm in Deutschland weiterbringen.

Das Kinder- und Jugend-Filmportal wird vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) herausgegeben und maßgeblich unterstützt vom Kuratorium junger deutscher Film und dem Förderverein deutscher Kinderfilm.

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