Kinder- und Jugendfilmportal > Editorial

Juli: Im Wandel der Zeit

Die „Harry Potter“-Reihe hat es im großen Stil vorgemacht. Über mehrere Jahre hat sie eine epische Geschichte erzählt, im Laufe derer die Figuren nicht nur behauptet, sondern tatsächlich real gealtert sind: Coming-of-Age in Echtzeit. Den Reiz, Filmfiguren beim Erwachsenwerden zuzusehen, macht sich auch die Mystery-Horror-Serie „Stranger Things“ zunutze, deren dritte Staffel nun veröffentlicht wurde. Aus den ehemals zwölfjährigen Jungen sind mittlerweile Jugendliche geworden, aus den liebenswert-verrückten Rollenspielern (zumeist) verliebte Jungs. Während die dem Horrorgenre entlehnte Handlung den Takt der Serie vorgibt, machen die Figurenzeichnungen ihr Herz aus. Anlässlich der neuen Folgen wirft Philipp Bühler einen Blick auf die Serie und betrachtet dabei ebenso die Bedeutung und Wirkung des popkulturellen Hintergrunds der 1980er-Jahre, die filmischen Vorbilder von Steven Spielberg bis John Hughes, an die sie sich anlehnt, sowie das Bild der Kindheit, das von der Serie gezeichnet wird.

Während „Stranger Things“ den Zusammenhalt einer Jugendclique vor dem Hintergrund einer Horrorgeschichte feiert, ist das Zusammenspiel höchst unterschiedlicher Figurentypen auch wichtiger Bestandteil in einem traditionellen Kinderfilmgenre: dem Kinder-Detektivfilm. Seit der ersten Verfilmung von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ aus dem Jahr 1931 werden immer wieder Kinder in Kriminalfälle verwickelt und erweisen sich als pfiffige Ermittler*innen in einer von Erwachsenen dominierten Welt. Gleich drei neue Detektivfilme für Kinder und mit Kindern starten in diesem Sommer und Herbst im Kino. „TKKG“, „Die drei !!!“ und „Das Geheimnis des grünen Hügels“ dienen Holger Twele als Ausgangspunkt für eine Betrachtung dieses populären Subgenres, das sich manchmal – etwa im Hinblick auf die Darstellung von Geschlechterrollen – in modernen Filmen als überraschend altmodisch erweist und nicht immer den Anschluss an die Gegenwart gefunden hat. Umso begrüßenswerter ist daher ein Film wie „Die drei !!!“, der sich als weibliche Antwort auf „Die drei ???“ versteht.

Verändert hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte auch das Deutsche Kinder-Medien-Festival „Goldener Spatz“, das vor wenigen Wochen sein 40-jähriges Bestehen gefeiert hat. Barbara Felsmann lässt in einem Artikel die Geschichte des Festivals noch einmal Revue passieren.

Über das Kinder- und Jugend-Filmportal

Kinder- und Jugendfilme verdienen unsere Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil sie ein großes Publikum ansprechen, sondern auch, weil sie Kinder und Jugendliche über Jahre begleiten, indem sie an ihren Erlebniswelten anknüpfen und ihrer Lust auf Sinnen-Abenteuer folgen. Sie erzählen Geschichten vom Aufwachsen und sind zugleich als kulturelle Begegnung ein Stück erfüllter Kindheit. Auf dem Kinder- und Jugend-Filmportal bieten wir diesen Filmen den gebührenden Raum. Wir berichten fair, engagiert und mit Begeisterung über aktuelle Kinder- und Jugendfilme. Wir beobachten und beschreiben Trends und Tendenzen. Wir bilden die Bandbreite des weltweiten Filmschaffens für Kinder und Jugendliche in all seiner Vielfalt vom populären Unterhaltungsfilm bis zum Arthouse-Film ab. Wir wollen ein Forum für die Fachszene sein und vor allem wollen wir tiefgehende und fundierte Rezensionen bieten, die den Kinder- und Jugendfilm in Deutschland weiterbringen.

Das Kinder- und Jugend-Filmportal wird vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) herausgegeben und maßgeblich unterstützt vom Kuratorium junger deutscher Film und dem Förderverein deutscher Kinderfilm.

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