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Tabaluga - Der Film

Nichts neues im Eisland: Tabaluga verliebt sich in Prinzessin Lilli – und die ist so altbacken gezeichnet wie eh und je.

Seitdem Peter Maffay die Geschichte des kleinen Drachen vor 35 Jahren für die Musikbühne geschrieben und zahlreiche Konzerte veranstaltet hat, hat „Tabaluga“ auch andere Medien erobert, von der Fernsehserie über Bilderbücher. Nun folgt die 3D-Animation.

Tabaluga ist der letzte Drache, den es in den benachbarten Ländern Grünland und Eisland noch gibt, alle anderen seiner Gattung hat Schneemann Arktos, der König der Eisländer, vernichtet. Tabaluga ist noch zu jung, um richtig Feuer speien zu können. Auf der Suche nach seinen Flammen überquert der kleine Drache die Grenze zum eisigen Land und verliebt sich dort in die Eisprinzessin Lilli, der es gelingt, sein Feuer zu entfachen.

Das klingt nicht nur trivial, sondern ist es auch. Mit viel Glitzerstaub und Kitsch wird die Liebe zwischen Tabaluga und Lilli inszeniert, untermalt mit den bekannten Maffay Songs „Ich fühl wie du…“ oder „Ich wollte nie erwachsen sein…“ Überhaupt steht hier pure grüne Idylle gegen kalte Eiseskälte und unter Arktos’ Regentschaft können lediglich Heere patrouillierender Eisbären und ein paar Schneehasen existieren. Und was haben eigentlich die Pinguine hier zu suchen, die es doch im Land der Eisbären gar nicht gibt?

Unglaubwürdig bleibt die Liebe zwischen Tabaluga und der Eisprinzessin. Obwohl mit viel Pomp inszeniert, ist die Beziehung zwischen einem Drachen und einer Prinzessin doch ziemlich unlogisch. Außerdem fragt man sich, ob die Filmemacher*innen immer noch nichts aus den Emanzipationsdebatten gelernt haben. Lilli hat eine Figur, die der klassischen Barbie entspricht und erfüllt damit alle Klischees, die wir unbedingt überwinden sollten. Sie ist von ihrem bösen Vater Arktos erschaffen worden, um Tabaluga hinters Licht zu führen – eine Männerfantasie, die schließlich ihrem Angebeteten in dessen farbenfrohes Reich folgt. Weder Lillis abgemagerte Figur noch ihre Hingabe zu einem kleinen grünen Drachen – und sei er auch noch so sympathisch – sollten sich junge Mädchen zum Vorbild nehmen.

Katrin Hoffmann

 

 

© Sony Pictures
5+
Animation

Tabaluga - Der Film - Deutschland 2018, Regie: Sven Unterwaldt, Kinostart: 06.12.2018, FSK: ab 0, Empfehlung: ab 5 Jahren, Laufzeit: 90 Min., Buch: Gerrit Hermans, Marco Petry, Hortense Ullrich, Tobias Genkel, Schnitt: Nana Novosad, Musik: Peter Hinderthür, Peter Maffay, Produktion: Solveig Fina, Helge Sasse, Verleih: Sony, Stimmen: Yvonne Catterfeld (Lilli), Rufus Beck (Rabe), Michael Herbig (Glückskäfer Bully), Heinz Hoenig (Arktos), Rick Kavanien (Eisbär), Wincent Weiss (Tabaluga) u. a.

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