Paternal Leave
Im Kino: Endlich weiß sie, wie er heißt und wo er lebt! Um ihren Vater kennenzulernen, macht sich Leo heimlich auf den Weg nach Norditalien.
Ihr Ziel ist der kleine Ferienort Marina Romea, gelegen direkt an der Adria in der Region Emilia-Romagna. Dorthin macht sich die 15-jährige Leona Neumann auf den Weg, um ihren italienischen Vater Paolo zur Rede zu stellen. Als sie ankommt, ist die Badesaison vorüber, das Wetter grau und unwirtlich, die Strände leer, die Bars geschlossen, die Fenster für den Winter mit Brettern vernagelt. Keine gute Zeit für solch ein Unterfangen. Doch wenn Leo sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht sie es durch. Drei Tage wird sie in Marina Romea bleiben und ihrem völlig überforderten Vater nicht von der Seite weichen. Eine lange Liste an Fragen hat sie sich zusammengestellt und die will sie hier gleich am ersten Abend abarbeiten. Paolo versucht ihr klarzumachen, dass sie auf diese Weise einen Menschen nicht wirklich kennenlernen kann. Aber Leo lässt nicht locker.
Für Paolo macht Leos plötzliches Auftauchen alles noch komplizierter. Er hat gerade so einige Probleme, ist wieder Vater von einer kleinen Tochter und steckt in einer gewaltigen Beziehungskrise. Ein Jahr lang hat er Emilia und ihre Mutter Valeria allein gelassen, war als Surflehrer in der Welt unterwegs. Nun betreibt er in Marina Romea eine heruntergekommene Strandbar, lebt in einem Camper und kann sich nicht wirklich von seinem unsteten Leben trennen. Trotzdem will er diesmal alles besser machen, sich um Emilia kümmern. Das auch Valeria klarzumachen, ist nicht einfach. Zu groß waren die Enttäuschungen. In dieser schwierigen Situation Valeria auch noch beichten zu müssen, dass er zusätzlich zu Emilia noch eine Tochter hat, erscheint ihm völlig unmöglich. Sein Plan: Er muss Leo so schnell wie möglich davon überzeugen, nach Deutschland zurückzukehren.
Ein Kammerspiel, das nicht in einer Wohnung stattfindet, wollte die Regisseurin Alissa Jung drehen – und hat sich für ihr Spielfilmdebüt diesen kleinen Ort in Norditalien ausgesucht. Die trostlose Atmosphäre des im Winter verlassenen Badeorts, die rauen Stürme, dann aber auch wieder die Schönheit dieses Landstrichs spiegeln wunderbar die Stimmung wider, die zwischen Vater und Tochter herrscht.
Es ist ein Auf und Ab der Gefühle, ein Hin- und Hergerissensein zwischen Erwartungen und Enttäuschungen. Mal ist es Misstrauen und Wut, von denen Leo und Paolo getrieben werden, dann wieder Bedauern, Scham, aber auch Hoffnung und ein zaghaftes Annähern. Dieses Stimmungskarussell zu spielen, kommt einem Hochseilakt nahe, den Luca Marinelli in der Rolle des Vaters und Juli Grabenhenrich als Leo unglaublich gut meistern. Beeindruckend ist diese Leistung vor allem auch deshalb, weil Juli Grabenhenrich, 2008 in Berlin geboren, hier das allererste Mal vor der Kamera steht. Zu Recht wurde sie beim Internationalen Filmfestival in Malaysia für ihre Darstellung der Leo als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
Zwischen ihr und dem international bekannten Schauspieler Luca Marinelli („Acht Berge“, Felix Van Groeningen, Charlotte Vandermeersch, 2022) entsteht eine so tolle Chemie, dass wir in „Paternal Leave – Drei Tage Meer“ meinen, tatsächlich Vater und Tochter vor uns sehen. Doch nicht nur die beiden reißen uns mit in diesen Gefühlsstrudel, sondern auch die stimmungsvollen Bilder, eingefangen von Kamerafrau Carolina Steinbrecher. Besonders die Szene, als Paolo und Leo zusammen einen toten Flamingo begraben, geht nahe. Denn gerade der Flamingo – das weiß Leo – ist bekannt dafür, dass Männchen und Weibchen ihre Brut zusammen großziehen.
Barbara Felsmann
Deutschland, Italien 2025, Regie: Alissa Jung, Kinostart: 27.11.2025, FSK: ab 12, Empfehlung: ab 14 Jahren, Laufzeit: 103 Min., Buch: Alissa Jung, Kamera: Carolina Steinbrecher, Ton: Jörg Theil, Michael Kaczmarek, Schnitt: Heike Parplies, Produktion: Cécile Tollu-Polonowski, Viola Fügen, Michael Weber, Sonia Rovai / Produktionsfirma: The Match Factory, Besetzung: Juli Grabenhenrich (Leo), Luca Marinelli (Paolo), Arturo Gabbriellini (Edoardo), Gaia Rinaldi (Valeria), Joy Falletti Cardillo (Emilia) u. a.
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