Wild Foxes
Entdeckt bei LUCAS: Ein Unfall wirft einen jungen Boxchampion aus der Bahn. Und wird zur Zerreißprobe für seine Freundschaften und das Team.
Camille trainiert zusammen mit seinem besten Freund Matteo in einem Sportinternat, um Profiboxer zu werden. Er ist sehr talentiert und aufgrund seiner Erfolge im Ring bei Trainer und Team hoch angesehen, trotz Prahlerei und Übermut. Doch dann passiert etwas, das alles verändert: Bei einem Ausflug in die nahen Wälder rutscht Camille ab und stürzt in die Tiefe. Wie durch ein Wunder überlebt er, dank Matteo, der den Schwerverletzten rettet.
Einige Wochen später ist von den Folgen dieses Unfalls bis auf eine lange Narbe am Unterarm nicht mehr viel zu sehen. Camille setzt sein Training mit Erlaubnis des Arztes fort. Doch immer dann, wenn es darauf ankommt, spürt Camille plötzlich unerträgliche Schmerzen im Arm. Physisch sind diese nicht diagnostizierbar. Camille ist verzweifelt, weiß nicht, wie er damit umgehen soll, greift zu Notlügen, entfremdet sich von Matteo und seinen Kameraden. Wegen des Trainers, der weiterhin fest an ihn glaubt, verbleibt er im Team. Allerdings lassen sich die schwelenden Konflikte in der Gruppe nicht lange verdrängen. Die Wut der anderen bricht sich Bahn.
„Wild Foxes“ ist kein klassischer Boxfilm über eine gescheiterte Karriere, sondern ein in Form und Inhalt bemerkenswerter Coming-of-Age-Film. Denn in Valéry Carnoys Debütspielfilm gerät nicht nur die Freundschaft zweier Jugendlicher ins Wanken, sondern auch ein auf toxischen Männlichkeitsidealen beruhendes Wertesystem.
Ob die Freunde einen Ausweg finden? Dieser wird lediglich angedeutet: In Form der Taekwondo-Schülerin Yas, die neu im Internat aufgenommen wird und mit sportlichen Herausforderungen völlig anders umgeht als die Jungen. Denn im Gegensatz zu ihnen handelt sie selbstbestimmt. Die männlichen Jungsportler sind dagegen von den Panikattacken von Camille überfordert. Sie zeigen kein Verständnis und fühlen sich um den ihrer Meinung nach verdienten Mannschaftssieg gebracht. Selbst zwischen Matteo und Camille tut sich ein tiefer Riss auf, weil sie das ihnen unerklärliche Verhalten des jeweils anderen nur als persönlichen Angriff erleben und entsprechend reagieren, statt Mitgefühl und Verständnis zu entwickeln.
„Der Tanz der Füchse“, wie der aus dem Französischen übersetzte Originaltitel lautet, ist hier eher metaphorisch zu verstehen: Camille und Matteo beobachten seit langer Zeit fasziniert die Füchse im Wald, die sie, ohne böse Hintergedanken, mit Fleischstücken anlocken. Für die beiden sind diese Erlebnisse ein emotionaler Ausgleich für die Anspannungen und Herausforderungen im Sportinternat. Sie stehen für Freiheit und Ungebundenheit, für das, was sie in ihrem Alltag schmerzlich vermissen. Gekonnt visualisiert der Film, der den Figuren im fast quadratischen Bildformat wenig Raum lässt, zwei Welten. Einerseits die Weite der unberührt wirkenden Wälder, was eine beruhigende, harmonische Stimmung vermittelt. Auf der anderen Seite die Enge des Sportinternats und die in vielen Nah- und Großaufnahmen gezeigten Boxwettkämpfe. Helm und Zahnschutz unterstreichen das stark eingeschränkte Wahrnehmungsvermögen der Boxer, die voll auf ihre Gegner fokussiert und nur auf Sieg oder Niederlage getrimmt sind.
Ausgelöst durch seine Ängste lernt Camille unfreiwillig eine andere Perspektive kennen, die auch den Schmerz des Gegners nicht mehr ausblenden kann. Besonders deutlich sind die Anspannungen, inneren Ängste und äußeren Verletzungen im Bild erkennbar, nichts wirkt bei den Kampfszenen geschönt oder ausgespart. Das alles zusammen macht den Film zu einem visuellen und emotionalen Erlebnis.
Holger Twele
Diese Kritik entstand im Rahmen der Berichterstattung des Filmfestival LUCAS 2025, bei dem der Film im Wettbewerb „Teens“ lief und als bester Featurefilm ausgezeichnet wurde.
La danse des renards - Belgien, Frankreich 2025, Regie: Valéry Carnoy, Festivalstart: 25.09.2025, Kinostart: 07.05.2026, FSK: keine FSK-Prüfung, Empfehlung: ab 15 Jahren, Laufzeit: 92 Min., Buch: Jacques Akchoti, Valérie Carnoy, Kamera: Arnaud Guez, Musik: Astrid Gomez-Montoya, Ton: Charlie Cabocel, Schnitt: Suzana Pedro, Produktion: Hélicotronc Produktion, in Koproduktion mit Les Films du Poisson, Besetzung: Samuel Kircher (Camille), Faycal Anaflous (Matteo), Yoann Blanc (Dr. Blanchard), Jean-Baptiste Durand (Bogdan) u. a.
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