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Spione Undercover

Ein Superagent wird in eine Taube verwandelt in dieser oft erstaunlich düsteren, manchmal klamaukigen Agentenfilmparodie.

Wenn auf der großen Leinwand die Welt in Flammen steht und verrückte Bösewichte das Gleichgewicht bedrohen, springen oftmals Geheimagent*innen in die Bresche. Mit Cleverness, Charme und Schlagkraft weisen sie die Schurk*innen in die Schranken und retten so die Menschheit. In ihrer Animationskomödie „Spione Undercover“, die lose auf dem Kurzfilm „Pigeon: Impossible“ basiert, treiben die Regisseure Nick Bruno und Troy Quane ein munteres Spiel mit den Konventionen des Spionagekinos. Der arrogante Superagent Lance Sterling, der in der Originalfassung von Will Smith gesprochen wird und optisch an den Hollywood-Star erinnert, ist ein lässiger James-Bond-Verschnitt, dem alle Kolleg*innen zu Füßen liegen. Nach einem brisanten Einsatz halten ihn die eigenen Leute aber für einen Verräter und wollen ihn plötzlich aus dem Verkehr ziehen. Die einzige Hoffnung auf seiner Flucht ist der verschrobene, seit seiner Kindheit verlachte Jungwissenschaftler Walter Beckett, der den in der Klemme steckenden Geheimdienstler mithilfe einer neuen Erfindung kurzerhand in eine Taube verwandelt.

„Spione Undercover“ erzählt eine einfach gestrickte, recht vorhersehbare Buddy-Geschichte, bei der die beiden grundverschiedenen Protagonisten nur zusammen erfolgreich sein können. Die Idee, Sterling in Vogelgestalt gegen die von einem Terroristen ausgehende Bedrohung kämpfen zu lassen, ist witzig und sorgt für einige schräge Slapstick-Momente. Noch spannender sind allerdings die gegensätzlichen Methoden der Hauptfiguren. Während Lance dem Bösen mit möglichst großer Feuerkraft begegnen will, möchte Walter sanftere Methoden anwenden und entwickelt daher höchst ungewöhnliche Waffen und Hilfsmittel. Erfindungen wie eine Glitzerkanone, die Katzenbilder in die Luft projiziert, sind – wie sich langsam zeigt – überraschend effektiv. Trotz der pazifistischen Untertöne bietet die manchmal erstaunlich düstere, für jüngere Kinder ungeeignete Agentensause allerhand spektakuläre Actionszenen an exotischen Schauplätzen.

Christopher Diekhaus

© 20th Century Fox
10+
Animation

Spies in Disguise - USA 2019, Regie: Nick Bruno, Troy Quane, Kinostart: 25.12.2019, FSK: ab 6, Empfehlung: ab 10 Jahren, Laufzeit: 101 Min. Buch: Brad Copeland, Lloyd Taylor, lose basierend auf dem Kurzfilm „Pigeon: Impossible“ von Lucas Martell. Musik: Theodore Shapiro. Schnitt: Randy Trager, Christopher Campbell. Produktion: Peter Chernin, Jenno Topping, Michael J. Travers. Verleih: 20th Century Fox. Sprecher*innen Original/deutsche Fassung: Will Smith/Steven Gätjen (Lance Sterling), Tom Holland/Jannik Schümann (Walter Beckett), Rashida Jones/Stephanie Stumph (Marcy Kappel), Ben Mendelsohn (Killian), Masi Oka (Kimura) u. a.

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