Junge Held*innen | | von Holger Twele
Was wirklich wichtig ist
Ein Dream-Team: Judy Hopps und Nick Wilde aus den „Zoomania“-Filmen (Jared Bush, Byron Howard, 2016 und 2025)
Wo Fuchs und Hase … zusammen Abenteuer erleben und zusammenwachsen. Häsin Judy Hopps und Fuchs Nick Wilde werden in den beiden „Zoomania“-Filmen (Jared Bush, Byron Howard, 2016 und 2025) zu einem großartigen Team, selbst wenn es zwischen ihnen mal kriselt. Eine neue Unterrubrik unserer Junge-Held*innen-Reihe über tolle Filmpaare.
In freier Wildbahn sind Fuchs und Hase nicht gerade die besten Freunde. Ganz anders sieht das in den beiden „Zoomania“-Filmen (Jared Bush, Byron Howard, 2016 und 2025) aus. Die beiden Hauptfiguren, die Häsin Judy Hopps und der Fuchs Nick Wilde, stehen Seite an Seite, um gemeinsam Verbrechen in der Stadt aufzuklären. Die gibt es nämlich auch in der ausnahmslos von Tieren bewohnten titelgebenden Metropole, die trotz hehrer Absichten von einem friedlichen Miteinander und gegenseitigem Verständnis weiterhin von Machtstreben, Ausgrenzung und Korruption geprägt ist.
Unfreiwillig verbunden, aber lernbereit
Im ersten Film aus dem Jahr 2016 muss sich die vom Land stammende, hochmotivierte und sehr belesene Häsin Judy aus wohlbehütetem Elternhaus mit dem Stadt-Fuchs Nick zusammenraufen, einem zynischen Einzelgänger, der sich zuvor als Gauner und Trickbetrüger durchgeschlagen hat. Eher unfreiwillig werden sie zu einem Team bei der Polizei von Zoomania. Was sie verbindet, ist einzig die Einschätzung der anderen Tiere: Niemand nimmt die beiden ernst.
Die gewissenhafte Judy hier, der chaotische, selbstironische Fuchs da: Umso erstaunlicher ist es, dass es beiden trotz unterschiedlicher Herangehensweisen gelingt, gemeinsam gleich zwei Verschwörungen aufzudecken. Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt darin, dass sie sich immer wieder gegenseitig bestärken und dadurch verändern. Sie lernen voneinander.
Umso schlimmer ist der Augenblick in der Fortsetzung, in der Nick und Judy unter Druck für einen Moment lang nicht mehr sehen, was sie verbindet, und nur noch, wie unterschiedlich sie sind. Während die idealistisch gesinnte Judy um jeden Preis für Gerechtigkeit eintritt und mitunter allzu leichtsinnig ihr Leben aufs Spiel setzt, überwiegt bei Nick der Überlebensinstinkt. Enttäuscht voneinander gehen sie fortan eigene Wege.
Loyalität und Wertschätzung
Doch wenn es darauf ankommt, halten beide zusammen. Als Judy in Lebensgefahr schwebt, setzt Nick alles daran, seine Partnerin zu retten. Zudem haben beide schließlich auch den Mut, eigene Fehler einzugestehen und Verletzlichkeiten zu offenbaren. Sie gestehen ein, was sie nicht können und warum sie sind, wie sie sind, und finden Worte, um auszudrücken, was der beziehungsweise die andere für sie bedeutet. Der Höhepunkt von „Zoomania 2“ ist nicht das actionreiche Finale, sondern eine ebenso humorvolle wie ehrliche Aussprache zwischen Nick und Judy. „Es ist mit egal, dass wir unterschiedlich sind“, sagt Nick. „Was mir nicht egal ist, bist du. Du bist mir wichtig.“ Liebende Fürsorge und hohe gegenseitige Wertschätzung sind die Bindeglieder, um ein echtes Dream-Team zu sein – und damit ein ermutigendes Vorbild für das Publikum.
