Ich sehe was 2026-11: Natur im Kinder- und Jugendfilm
Über dieses Dossier
Sie könnte nur eine nett anzusehende Kulisse sein. Ein schöner Schauwert. Ein bisschen Eye Candy. Aber in manchen Kinder- und Jugendfilmen ist die Natur dann eben doch mehr. Sie wird zu einem tragenden Element der Handlung. Für unser neues Dossier haben wir uns in die Wildnis begeben, in Kinder- und Jugendfilmen nach Darstellungen und Erzählungen über Natur gesucht und darüber nachgedacht, wie diese wirken.
Christian Exner beschäftigt sich in „Wundervoll und fragil“ insbesondere mit dem Schauplatz Wald im Kinderfilm, der vormals ein Ort der Wunder, Prüfungen und Verwandlungen war und noch heute, teils romantisierend, als verlockend, wundervoll, heilend, ja sogar fragil inszeniert wird – wobei der Blick auf die Bedrohungen noch ausbaufähig wäre. Um Bedrohungen geht es auch in dem Text „Ermitteln für den Umweltschutz“. Detektivabenteuer sind ein beliebtes Genre im Kinderfilm, Umweltschutz ist ein brisantes aktuelles Thema, das gerne in Geschichten für Kinder aufgegriffen wird – aber findet nun beides auch zusammen? Überraschend wenige Öko-Krimis lassen sich dann doch finden. Ob die gewichtigen Krisen eine Nummer zu groß für die jungen Menschen sind? Katrin Hoffmann hat ermittelt.
Um animistische Umweltvorstellungen geht es in „Alles ist lebendig“. Christian Horn untersucht Kinderfilme, in denen die Natur als lebendiges Gegenüber mit autonomer Handlungsmacht erscheint und in denen Realität und Fantasie ineinanderfließen und bei schwierigen Lebensmomenten helfen. Die Freiheit wiederum, die viele Kinder- und Jugendfilme durch die Erfahrung der Natur und Wildnis versprechen, beleuchtet Stefan Stiletto. „Die kleine Ronja möchte nicht aus dem Småland abgeholt werden“ taucht ein in die Natur als Abenteuerspielplatz – und vor allem: als Raum, der frei von Erwachsenenregeln und gesellschaftlichen Erwartungen und Zwängen funktioniert.
Vermittelt werden kann die Wirkung der Natur übrigens nicht nur durch spektakuläre Bilder, sondern manchmal auch durch die Beobachtung jener Menschen, die sie gerade sehen, hören und fühlen. Unser magischer Moment „Ich spüre, was du fühlst“ zeigt, welche Rolle das Staunen von Checker Tobi im ersten Kinofilm der Reihe spielt.
Sicher: Nach so viel Natur im Text haben Sie nun vielleicht Lust, sofort den Rechner auszuschalten oder das Tablet wegzulegen und nach draußen zu gehen. Sollte es schon zu dunkel sein oder das Wetter zu heiß, zu kalt oder zu nass, bieten unsere Filmempfehlungen noch ein paar Anregungen, die Zeit drinnen zu überbrücken.
