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| von Reinhard Kleber

„Behandle uns nicht wie Kinder!‟

Dokumentarfilme haben es ohnehin schwer. Werden sie für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche produziert, trifft dies umso mehr zu. Im November 2022 widmete sich eine Fachtagung in Bochum der Frage, wie solchen Dokumentarfilmen für ein junges Publikum eine größere Aufmerksamkeit verschafft werden kann.

Wie lässt sich erreichen, dass mehr Kinderdokumentarfilme hergestellt werden? Wie kann man solchen Filmen größere Aufmerksamkeit verschaffen? Und auf welchen Wegen können sie leichter zum Publikum finden? Mit solchen Fragen befasste sich das europäische Netzwerktreffen „Realities‟, das am 9. und 10. November 2022 in Bochum stattfand. Dazu eingeladen hatte das Festival Doxs Ruhr und der Verband ECFA – European Children's Film Association. An zwei Tagen tauschten etwa 40 Filmemacher*innen, Produzent*innen, TV-Mitarbeiter*innen, Festivalmacher*innen und Filmpädagog*innen aus zehn Ländern ihre Erfahrungen aus und diskutierten Perspektiven für eine Stärkung des Kinderdokumentarfilms, der bisher ungeachtet erfreulicher Ansätze über ein Nischendasein in der ohnehin begrenzten Kinderfilmszene kaum hinauskommt.

Definition gesucht

Ausgangspunkt der ersten Diskussionsrunde war die Suche nach einer genaueren Begriffsbestimmung: Was macht einen Kinderdokumentarfilm aus? Eignet sich ein dokumentarischer Film mit Kindern als Protagonist*innen oder über Kinder automatisch für Kinder als Rezipient*innen? Die Kinderfilmexpertin Kirsten Bonnén Rask verwies darauf, dass gerade im Fernsehen oft dokumentarische Formate mit recht pädagogischem Einschlag liefen. Allerdings habe sich die Lage im Lauf der Jahre geändert. Wichtig sei vor allem, dass Dokus für Kids Vorbilder enthielten. Rask ist eine Mentorin des jüngst gestarteten Förderprogramms Kids Kino Docs, das Filmemacher aus Polen und Norwegen unterstützt, die dokumentarische Filme und Serien für junge Zuschauende realisieren wollen. Im Zuge von zwei Aufrufen war geplant, in diesem Jahr je sechs Projekte auszuwählen.

Rask machte zudem in Bochum anschaulich klar, wie sich das dokumentarische Filmerzählen für Kinder und Erwachsene unterscheidet. Dazu zeigte sie Ausschnitte aus den dänischen Filmen „Oleg and the War‟ (2018) und „The Distant Barking of Dogs‟ (2017) von Simon Lereng Wilmont. Beide zeigen, wie der zehnjährige Oleg, der mit seiner Großmutter in der Ukraine lebt, erkennt, wie gefährlich es sein kann, in einem Kriegsgebiet zu spielen. Während die ältere Erwachsenenversion aus der Sicht der Oma erzählt ist, dominiert in der Kinderversion die Perspektive Olegs. „Oleg ist als Identifikationsfigur unverzichtbar‟, betonte Rask.

Jugendliche als Fachleute für ihr Alter

Einen sehr speziellen Weg in Sachen Youth Documentary haben die Organisator*innen der Industrieplattform m:brane in Malmö bei der 2015 gestarteten Initiative Realyoung eingeschlagen: Sie setzen auf die Partizipation der Zielgruppe. Die Plattform bringt alljährlich mehr als 200 Profis aus aller Welt zusammen, die sich drei Tage über neue mediale Projekte aller Art für Heranwachsende zwischen drei und 18 Jahre austauschen.

Realyoung konzentriert sich auf die Entwicklung von Dokumentarfilmen für junge Menschen und bindet dabei „Jugendexpert*innen‟ ein. „Unsere Jugendexpert*innen bekommen vorab Materialien wie Skript und Bewegtbilder, bereiten Fragen und Anregungen vor und engagieren sich mit kreativer Kritik‟, berichtete die Projektmanagerin Maritte Sørensen. In Workshops diskutierten sie unter Leitung von Tutor*innen intensiv mit den Filmschaffenden über die eingereichten Projekte. Die Schlüsselfrage dabei: Warum sollte ich dieses Projekt sehen? Die Jugendexpert*innen sind zwischen acht und 17 Jahre alt und müssen Englisch sprechen. Gefunden wurden sie nach Auskunft von Sørensen zum Beispiel in Schulen und Bibliotheken. Ausgewiesene Medienexpertise sei keine Voraussetzung, so die Projektmanagerin: „Sie müssen keine Fachleute für Filmtheorie sein, dafür aber Fachleute für ihr Alter.‟

Faszinierende Geschichten, mit und ohne Kinder auf der Leinwand

Der niederländische Regisseur Martijn Blekendal beklagte, es sei „sehr schwierig, Inhalte für Kinder herzustellen‟. Diese Aufgabe werde häufig unterschätzt. Die zentrale Frage dabei sei: Ist der Inhalt für Kinder verständlich? Der Filmemacher, der zwei Kinder im Alter von zehn und 13 Jahren hat, hat das 2018 ausprobiert in seinem 26-minütigen Dokumentarfilm „The Man Who Looked Beyond the Horizon‟ über den Konzeptkünstler Bas Jan Ader, der 1976 auf einer Segelbootfahrt auf dem Atlantik spurlos verschwand. Sein Leitgedanke war, dass ein Dokumentarfilm für junge Leute keine Geschichte über ein Kind erzählen müsse. Kinder seien vor allem interessiert an faszinierenden Geschichten, unabhängig vom Gegenstand. Der Regisseur hat übrigens das Filmprojekt bei Realyoung eingereicht und nahm nach eigener Aussage von den Jugendexpert*innen in Malmö eine Ermutigung mit nach Hause. Sie hatten ihm die wichtige Botschaft mitgegeben: „Behandle uns nicht wie Kinder!‟

Blekendal veröffentlichte im November 2021 auf dem Dokumentarfilmfestival IDFA in Amsterdam ein Manifest, in dem er unter anderem feststellte, dass Dokumentarfilme für junge Leute ein „Imageproblem‟ hätten: „Es ist das am meisten unterschätzte Genre. Dokumentarfilmmacher*innen nehmen es nicht ernst.‟ Dort stellte er unter anderem die gewagte These auf: „Fast jedes Thema ist geeignet für einen Dokumentarfilm für junge Menschen. Entscheidend ist, wie man die Geschichte erzählt.‟

Die Rolle des Fernsehens

Im zweiten Block ging es um den Beitrag des Fernsehens. Thomas Miles, Redakteur für Non-Fiction beim KiKA skizzierte die Angebote des Fernsehsenders, den Ableger im Netz und diverse Apps und gab einen Einblick in junge dokumentarische Formate wie „Schau in meine Welt‟, „stark!‟ und „Ich bin ich‟. Den Doku-Anteil im täglich 15-stündigen Programm des TV-Kanals schätzte er auf ein bis zwei Stunden in der Woche. Eine große Herausforderung stelle der Fakt dar, dass immer mehr junge Leute dem linearen Fernsehen den Rücken kehrten, so Miles.

Der Medienberater, Produzent und Autor Davide Tosco zeigte in einem kursorischen Trip durch die italienische TV-Landschaft auf, dass es dort zwar viele Kanäle für Kinder von Ray Yoyo bis Nick Jr. gibt, aber nur sehr wenige dokumentarische Programme für Kinder. Die einzige Doku-Serie im Jahr 2021 sei die achtteilige EBU-Miniserie „Kids Portraits‟ der EBU gewesen.

Als große Schatztruhe entpuppte sich dagegen die Filmauswahl aus 22 Jahren des Prix Jeunesse International, die Kirsten Schneid für die Tagung getroffen hatte. Aus den Programmen des Kinderfernsehfestivals in München präsentierte Margret Albers in Bochum „Formate, die Standards gesetzt haben‟. Dazu zählt „The Day I Decided To be Nina‟ (2001), eine 15-minütige Doku der Niederländerin Ingeborg Jansen über den elfjährigen Guido, der kein Mädchen mehr sein will. Oder die irische Produktion „On the Block‟ (2008) mit user generated content über eine HipHop-Sängerin. Und last but not least der niederländische Kurzfilm „Why didn't you stay for me?‟, in dem Milou Gevers das Leben von Kindern schildert, deren Eltern sich das Leben genommen haben. Die Auswahl bestätigte einmal mehr die Beobachtung, dass die niederländischen Filmschaffenden in Europa und weltweit zur Speerspitze des Kinderfilmschaffens gehören.

Festivals zwischen Präsenz- und Online-Screenings

Eine weitere Runde widmete sich der Präsenz dokumentarischer Arbeiten auf Kinder- und Jugendfilmfestivals. Anders als Festivals für Erwachsene konnten und können Kinderfilmfestivals angesichts der Corona-Pandemie nicht so einfach ins Netz ausweichen. Umso interessanter war in Bochum zu hören, wie einige von ihnen mit dieser Frage umgingen. Tapio Riihimäki vom Festival Dokkino und der Projektplattform Docpoint in Helsinki sagte, er setze in erster Linie auf physische Vorführungen. Etwa 100 Filmen im Kino stünden zehn bis 15 Filme online gegenüber. Pantelis Panteloglou vom Olympia Festival im griechischen Pyrgos berichtete, nach den Online-Ausgaben 2020 und 2021 sei man ins Kino zurückgekehrt: „Die Ausgabe 2022 findet großenteils physisch statt.‟ Überrascht war er bei den Online-Festivals, dass etliche Gäste aus diversen Städten ohne Kinos die Filme abriefen.

Auch Nicola Jones, die scheidende Leiterin des Kindermedienfestivals „Goldener Spatz‟ in Gera und Erfurt, zeigte sich erleichtert, nach der Online-Ausgabe 2021 wieder ins Kino zurückzukehren. „Wir wollen schließlich kein Streaming-Dienst sein‟, sagte sie. Gerade Kindergartenkinder würden keine Online-Filme abrufen. Zudem sei es von hohem Wert, Kindern die Chance zu geben, Filme auf der großen Leinwand zu sehen. Außerdem sei es wegen der Zusatzkosten schwierig, hybride Festivalausgaben zu finanzieren. Während die große Kinderjury diesmal die Filme im Mai in Kinosälen sichtete, bewertete die kleine Kinderjury die Beiträge des Wettbewerbs Digital über die interaktive Plattform SpatzTopia.

Deutlich aufgeschlossener gegenüber dem Online-Potenzial zeigten sich Anna Rieder und Philipp Feichtinger, die Direktor*innen des Jugendmedienfestivals Youki im österreichischen Wels, das in diesem Jahr die ausgewählten 78 Filme im Kino und im VOD-Club präsentierte. „Wir haben das Q&A schon vor Covid-19 ins Netz gestellt und wollen einige Online-Elemente behalten, weil wir damit mehr Besucher*innen erreichen.‟ Man halte aber auch an bestimmten Präsenzveranstaltungen fest, die einfach nicht zu ersetzen seien. In diesem Zusammenhang unterstrich Signe Zeilich-Jensen, bis vor kurzem Redakteurin beim Netherlands Film Fund, die persönliche Begegnungen auf Festivals seien sehr wichtig, und fügte hinzu: „Wir brauchen nicht noch mehr digitales Streaming.‟

Um mehr Aufmerksamkeit zu generieren und das Publikum an sich zu binden, weiten einige Kinderfilmfestivals ihre Aktivitäten über das Jahr hinweg aus. Laut Riihimäki organisiert sein Festival Schulvorführungen auch jenseits der Festivaltage. Schockierend findet er, dass sein Team bei den Vorstellungen immer wieder auf Kinder trifft, die mit dem Wort Dokumentarfilm nichts anfangen können. Auch das Olympia Festival und das Play-Festival im portugiesischen Lissabon organisieren über das Jahr Sondervorführungen oder Workshops. „Wir engagieren uns besonders in Orten in Portugal, in denen es keine kulturellen Angebote für Kinder gibt‟, berichtet Teresa Lima vom Play Festival.

Das dokumentarische Filmerbe

Am zweiten Tag ging es zunächst um das dokumentarische Filmerbe für Kinder. Simone Fratini von der Cineteca di Bologna, die neben einem Labor und einem Archiv mit 80.000 Kopien über eine Filmbildungsabteilung mit Trickfilmwerkstatt verfügt, schilderte, wie seine Einrichtung bei der Schulung des Sehens selbstverständlich alte Stummfilme nutzt. Nach seiner Erfahrung funktionieren solche Filme gut mit jüngeren Kindern, weil diese den Filmen ohne Vorurteile begegneten. So wurden Naturfilme mit aufgehenden Blumenblüten in einem Schul-Workshop als Anregung für Schüler*innen eingesetzt, die dann später Blüten auf Papier druckten.

Wie zahlreiche Kinderdokumentarfilme aus eigener Produktion in der DDR flächendeckend das junge Publikum erreichten, berichtete der Filmpublizist Klaus Dieter Felsmann. Da es zur Staatspolitik der SED gehörte, die Menschen über Kultur zu erziehen und dabei auch die Kinder immer im Blick zu haben, wurden in der DDR regelmäßig dokumentarische Filme für Kinder hergestellt und diesen auch gezeigt. Als die Planwirtschaft es schaffte, zu viele Filmemacher*innen auszubilden, wurde 1975 die Gruppe „Dokumentarfilme für Kinder‟ gegründet, die schließlich 35 Mitglieder umfasste. Spiritus rector der Gruppe war der Regisseur Konrad Weiß, der konstatierte, dass letztlich alle Genres für Kinder geeignet seien, dafür aber spezielle Formen nötig seien. „Es gab einen pädagogischen Anspruch, der trat aber nicht vordergründig in Erscheinung‟, so Felsmann. Ziel sei gewesen, Kinder zum Selbstdenken anzuregen, wobei man über Bilder erzählen sollte und nicht über Dialoge oder Kommentare. Dabei habe man Ideen des Reformpädagogen Adolf Reichwein aus den 1920er-Jahren aufgegriffen.

Zur Illustration zeigte Felsmann Ausschnitte aus dem 79-minütigen Schwarzweißfilm „Berlin Auguststraße‟ (1979) von Günter Jordan über eine Gruppe zwölfjähriger Schüler im Berliner Scheunenviertel und die 29-minütige Doku „Unterwegs in Nicaragua‟ (1976) von Petra Tschörtner über die Folgen des dortigen Bürgerkrieges für Familien mit Kindern. Kurze Dokus wurden sowohl im DDR-Fernsehen als auch im Kino gezeigt. Im DDR-Kino habe es regelmäßig „Kindersammelprogramme‟ mit mehreren Kurzfilmen gegeben, die teils von Regisseur*innen begleitet wurden. Felsmann sprach sich dafür aus, solche Filme mit entsprechender kuratorischer Betreuung auch heute noch zu präsentieren.

Die Arbeit der Filmemacher*innen

Zum Ausklang des ersten Konferenztages liefen im Endstation Kino drei Kinderdokumentarfilme: „From that moment on everything changed‟ von Eef Hilgers, „De ietsnut‟ von Martijn Blekendal und „Ednas Tag‟ von Bernd Sahling. Sahling porträtiert ein bosnisches Mädchen, das nur wenig Deutsch kann und in der Schule ständig aneckt, Hilgers lässt acht Kinder in einem weißen Studio den Augenblick beschreiben, in dem ihre Eltern ihnen mitteilten, dass sie sich scheiden lassen. In einem Panel beantworteten Hilgers und Sahling Fragen der Moderatorin Elisabeth Wenk zu ihrer Arbeit. Wie wichtig ist die Beziehung zu den jungen Protagonist*innen? Dazu sei keine Freundschaft nötig, aber sehr wohl Vertrauen, antwortete Hilgers. „Ich biete den mitwirkenden Kindern rechtzeitig vor dem Schnitt an, dass wir Szenen weglassen können, wenn sie das möchten.‟ Sahling betonte die Bedeutung eines partnerschaftlichen Verhältnisses: „So wie die jungen Leute Respekt erwarten, möchte ich auch als Filmemacher respektiert werden.‟

Wie weit ist die Erzählstruktur vorab festgelegt? Hilgers geht mit klaren Vorstellungen an das Thema heran. „Wenn ich einem Kind die Bühne gebe, weiß ich vorab, was ich erzählen will.‟ Dagegen lässt sich Sahling gerne vor Ort inspirieren. „Ich beobachte lange und schaue, was passiert.‟ Und was dann in den Film einfließt, darf man ergänzen. Gibt es beim Dreh ein Ungleichgewicht der Macht zwischen Regie und Kindern? Hilgers gibt zu bedenken: „Die Kinder haben auch Macht, und sie nutzen sie. Im Allgemeinen stehen wir auf der gleichen Höhe.‟ Sahling lässt durchblicken, dass der Regisseur bei der Gestaltung seines Films das letzte Wort hat, wenn er sagt: „Es ist immer meine Perspektive.‟

Anregungen und Denkanstöße

Doch zurück zu den Ausgangsfragen: Einfache Antworten konnten auch die Teilnehmer*innen der Tagung nicht aus dem Rucksack ziehen. Aber Anregungen gab es jede Menge. So etwa von Regisseur Blekendal, der in Bochum an sein Manifest anknüpfte und einen umfassenden Forderungskatalog vorlegte. Darin rief er die anderen Filmemacher*innen auf, neue Wege zu erkunden, offensichtliche Wahlentscheidungen in Frage zu stellen, nach anderen Ansätzen zu suchen und sich selbst zu fragen: Was funktioniert (sonst noch) für ein jüngeres Publikum? Die Programmverantwortlichen von Festivals, Streamern und Rundfunkkanälen forderte er auf: „Lassen Sie sich nicht fehlleiten durch das, was Ihnen als ein Jugenddokumentarfilm angeboten wird. Erweitern Sie Ihren Horizont. Wählen Sie Filme aus, die nicht eigens für Kinder gemacht wurden, aber sich für Kinder eignen.‟ An Filmförderungen und andere Geldgeber appellierte Blekendal, Raum zu schaffen für Gelegenheiten für Experimente, aber auch für Fehlschläge. Und den Sendern und Redakteur*innen empfahl er, Filmschaffende und Produzent*innen zu fordern und anzuregen.

Erfrischend waren auch einige Ideen des Welser Festivals, das von einem Team aus 30 jungen Film- und Musiknerds organisiert wird. Mit Mut zur Lücke managen sie das Programm und pflegen dabei den Charme des Unperfekten. Etwa bei der improvisierten Online-Gala 2021, bei der die freche junge Moderatorin beim Schminken und Testläufen gezeigt wurde und mit selbstironischem Gestus in einem unaufgeräumten Studio agierte. Originell auch der Einfall, bei der Preisverleihung statt der üblichen Trophäen eine riesige Nagelfeile oder eine Haarbürste zu überreichen, die in der Festivalwoche von Künstler*innen gestaltet worden waren.

In der Abschlussrunde wurde in Bochum angeregt, herausragende Beiträge wie die der Prix-Jeunesse-Highlights zugänglich zu machen. Die herausragende Qualität der ausgewählten Preisträger*innen warf bei den Teilnehmenden die Frage auf: Wie lässt sich verhindern, dass solche Juwelen in den Archiven verstauben? Wie kann man sie für die Festival- und Filmbildungsarbeit erschließen?

Möglicherweise könnte man dem Kinderdokumentarfilm hierzulande auch besser auf die Sprünge helfen, wenn deutsche Fördereinrichtungen wie etwa die BKM einen eigenen Fördertermin oder eine Quote für den Kinderdokumentarfilm einführen würden. Oder wenn die bewährte Initiative „Der besondere Kinderfilm‟ sich für dokumentarische Stoffe öffnen würde. Hilfreich wäre auch ein eigener Fördertopf für die Entwicklung solcher dokumentarischen Stoffe.

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