Kritiken > Filmkritik
Kritiken > Bitte eine Anfrage eingeben. > Marys magische Reise

Marys magische Reise

Eine Reise, im Laufe derer sich vier Familienmitglieder aus unterschiedlichen Generationen wieder näher kommen.

Als die elfjährige Mary traurig durch den Wald spaziert, nachdem ihre geliebte Oma Emer ins Krankenhaus eingeliefert wurde und zu sterben droht, stellt sich ihr plötzlich eine mysteriöse junge Frau namens Tansey in den Weg. Diese sieht nicht nur aus, als käme sie aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern scheint zudem alles über Mary und ihre Familie zu wissen. So unverhofft, wie sie gekommen war, verschwindet Tansey auch wieder – und bald stellt sich heraus, dass Tansey der Geist von Emers Mutter ist. Nun, da Emer im Sterben liegt, materialisiert sich der Geist zu einem echten Menschen, um einige Missverständnisse zu klären, die all die Jahre und über die Generationen hinweg in der Familie tradiert wurden.

Erst am Tag zuvor war Mary von einem gemeinsamen Ausflug mit ihrer Großmutter zurückgekehrt. Emer hatte ihre Enkelin zu einer Kochschule begleitet, für die Mary unbedingt die Aufnahmeprüfung bestehen will. Mit ihrer Oma teilt sie die Liebe für gutes traditionelles Essen, ganz im Gegensatz zu ihrer Familie, die am liebsten Spaghetti mit Fertigsoße isst. Marys Mutter Scarlett hat wegen der vertrauten Beziehung zwischen Tochter und Oma zu beiden ein angespanntes Verhältnis, die beginnende Pubertät ihrer Tochter macht es nicht einfacher. Wenn sie Mary verbietet, in ihrer Küche zu kochen, dann geht diese eben zur Oma.

Nachdem Tansey, Scarlett und Mary Emer heimlich aus dem Krankenhaus geholt haben, begeben sich die vier auf eine Reise in die Vergangenheit. Im Zusammenprall der Generationen gelingt es, verkrustete Verhaltensweisen und negative Denkmuster aufzulösen. Auf der Fahrt im engen Auto kommen sich die vier Generationen schon rein bildlich ganz nah. Mutter Scarlett und Tochter Mary sitzen vorne, Mutter Tansey und Tochter Emer auf der Rückbank, wobei es irritierend wirkt dass Tansey ihre greise Tochter Emer im Arm hält, als wäre sie noch das kleine Kind von damals.

„A Greyhound of a Girl“ beruht auf dem gleichnamigen Roman von Roddy Doyle, der dank seines irischen Humors Originalität und Familienproblematik virtuos zu kombinieren vermag, und Enzo d’Alò („Der blaue Pfeil“, 1997) hat die Geschichte in satten Farben inszeniert, die unweigerlich in diesen warmherzig erzählten Animationsfilm hineinziehen. Nach der Abenteuerreise in die Vergangenheit bleiben Mary und ihre Mutter Scarlett allein zurück. Sie können Oma Emer nun gehen lassen, weil sie wissen, dass Tansey sie im Jenseits beschützen wird, und haben selbst als Mutter und Tochter zu einer neuen liebevollen Beziehung gefunden.

Katrin Hoffmann

Diese Kritik entstand anlässlich der Aufführung des Films unter dem Titel "A Greyhound of a Girl" im Rahmen der Berlinale 2023.

© Paul Thiltges Distributions, Aliante, Jam Media, GOAG Productions, Rijafilms, Amrion Production, Fish Blowing Bubbles
8+
Animation

A Greyhound of a Girl - Luxemburg, Italien, Irland, Vereinigtes Königreich, Estland, Lettland, Deutschland 2023, Regie: Enzo d’Alò, Festivalstart: 18.02.2023, Kinostart: 25.01.2024, FSK: ab 0, Empfehlung: ab 8 Jahren, Laufzeit: 88 Min. Buch: Enzo d’Alò, Dave Ingham nach dem gleichnamigen Roman von Roddy Doyle. Musik: David Rhodes. Schnitt: Gianluca Cristofari. Produktion: Adrien Chef, Paul Thiltges, Xenia Douglas, Mark Cumberton, Richard Gordon, Riina Sildos, Vilnis Kalnaellis, Artur Kubiczek, Guy Collins. Verleih: offen.

Bitte eine Anfrage eingeben.




Zu dieser Auflistung ist leider kein Film vorhanden!