Gabi – Suche nach dem Ich
Gabi fragt sich, was es bedeutet, ein Mädchen oder ein Junge zu sein
„Ich hoffe, du bist immer noch mutig genug, du selbst zu sein, auch wenn du anders bist”, schreibt Gabi (13 Jahre) ihrem zukünftigen Ich, bevor Gabi den Brief in einer Blechbüchse vergräbt. Es gibt einen Zeitsprung, wir befinden uns in Stockholm und Gabi ist acht Jahre alt. Fünf Jahre lang dokumentiert die Kamera Abschnitte in Gabis Leben, in denen Gabi sich tiefgreifende Gedanken darum macht, wer Gabi ist, wer Gabi sein möchte und wie Gabi in der Gesellschaft wahrgenommen wird. Angestoßen werden diese Gedankengänge durch Veränderungen im Umfeld, aber auch durch den sich verändernden Körper. Dabei stellt Gabi sich allem voran die Frage, was es bedeutet, ein Mädchen oder Junge zu sein und wo der eigene Weg, fern von gesellschaftlichen Erwartungen, liegen könnte.
Im Dokumentarfilm „Gabi – Suche nach dem Ich“ begegnen wir nicht nur Gabi, sondern auch der Familie und Freund*innen. Trotzdem hat Regisseurin Engeli Broberg eines mit Ton und Montage sehr deutlich gemacht: Es geht in dem Film um Gabi. Aus genau diesem Grund bekommt Gabi den meisten Raum, um sich und Gabis unvoreingenommenen Gedankengänge auszudrücken. Es wird nicht für Gabi gesprochen und deshalb ist es umso beeindruckender, wie Gabi schon zu Beginn des Films komplexe Themen und Gedankengänge in eigenen Worten zum Ausdruck bringt.
Gabi fragt sich schon sehr früh im Leben, was es bedeutet, ein Mädchen oder ein Junge zu sein und stellt die Geschlechterrollen mit ihren Regeln in Frage. Gabi kann und möchte sich selbst in diese gesellschaftliche Ordnung nicht einordnen, spielt gerne Fußball, mag Computerspiele und hätte unheimlich gerne kurze Haare, wie viele ihrer männlichen Fußballidole. Zu Beginn erlaubt es die Mutter nicht, dass Gabi die Haare kurz trägt und erst später im Film setzt Gabi sich gegen den Willen der Mutter durch. Dies ist eine Veränderung, die Gabi selbst vornehmen kann. Die unvermeidbaren hormonellen und damit körperlichen Veränderungen, die dem pubertierenden Körper bevorstehen, machen Gabi allerdings Angst. Gabi möchte weder Brüste noch die Periode bekommen. Der Film greift mit den sehr persönlichen Worten von Gabi die Phase der Pubertät auf, die von Veränderung und Gefühlen des Kontrollverlust geprägt sein kann. Damit sorgt Engeli Brobergs Werk für mehr Sichtbarkeit von Kindern, die sich schon früh komplexe Fragen darüber stellen, wer sie sein möchten.
Gabis Fokus auf das Thema Geschlechtsidentität lädt Zuschauende dazu ein, die heteronormativen Vorstellungen von Geschlecht auf eine zugängliche Art und Weise in Frage zu stellen. Für Gabi sind sie nämlich kein geschriebenes Gesetz, mit dem man auf die Welt kommt. Das wird besonders deutlich, als Gabi recht spät im Film erste Erfahrungen mit dem Thema Liebe macht. Dazu äußert Gabi, nicht zu wissen, ob hetero, lesbisch oder bi, passende Beschreibungen seien, sondern einfach, dass Gabi verliebt ist. Gabi löst nie auf, an wen sich das Verliebtsein richtet, und ordnet sich dadurch nicht in eine Schublade ein. Damit zeigt der Dokumentarfilm, dass Kinder aus fremdbestimmten gesellschaftlichen Normen vielleicht sogar besser ausbrechen, und selbstbestimmt ihre Identität entwickeln können, als Erwachsene.
„Gabi – Suche nach dem Ich“ liefert keine Antworten auf Fragen der Identitätsentwicklung, lädt aber dazu ein, den Horizont zu erweitern und Kindern mehr Selbstbestimmung zuzusprechen. Gleichzeitig werden Kinder in ihrer Selbstbestimmtheit bestärkt, die mit ihrer eigenen Suche nach dem Ich, ihrer Geschlechtsidentität oder Sexualität hadern. Denn Gabi gibt in im Brief an das zukünftige Ich nicht nur sich selbst, sondern auch allen Zuschauenden einen Ratschlag: „Hör auf, dir darüber Sorgen zu machen, was andere über dich denken.”
Lena Morgenstern
Übrigens: „Gabi – Suche nach dem Ich“ und andere tolle Filme sind Teil des Themendossiers „Gender & Lieben“. Werfen Sie doch mal einen Blick rein.
Gabi, between ages 8 and 13 - Schweden, Norwegen, Dänemark 2021, Regie: Engeli Broberg, Homevideostart: 25.10.2021, FSK: ab 6, Laufzeit: 79 Min., Buch: Engeli Broberg, Kamera: Malin Gutke, Iga Mikler, Haris Mlivic, Schnitt: Engeli Broberg, Kalle Lindberg, Musik: Sofia Hallgren, Kjetil Schander Luhr, Produktion: Jacob Eklund, Anna J. Ljungmark
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