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Stilles Wasser

Auf Apple TV: Ein weiser Panda hilft drei Geschwistern mit inspirierenden Geschichten bei den Herausforderungen des Alltags.

In der Apple TV-Animationsserie Stilles Wasser werden große Fragen beantwortet. Im Gegensatz zu vielen anderen Bildungsformaten drehen sich diese Fragen aber nicht um die Größe des Universums, fremde Kulturen oder technische Wunder, sondern den Umgang mit den eigenen Gefühlen. So erforscht der titelgebende Panda Stilles Wasser gemeinsam mit den Geschwistern Karl, Addy und Michael in jeder Folge einen anderen Aspekt des emotionalen Innenlebens der Kinder – und geht dabei oft in die Tiefe. Wie kann Addy akzeptieren, dass ihr kleiner Bruder Karl noch nicht den gleichen Sinn für Empathie hat, wenn es um das Teilen von Spielsachen geht? Kann Michael verkraften, dass sein neuer Hund mit den anderen Kindern lieber spielt als mit ihm?

Es sind für Kinder durchaus komplexe Situationen, die die auf der Buchreihe „Zen Shorts“ von Jon Muth basierende Serie behandelt. Meist wird von den Geschwistern ein Perspektivwechsel verlangt, um ihre Probleme zu lösen. Genau dabei hilft dann „Stilles Wasser“ als eine Art Zen-Lehrmeister. In jeder Episode überträgt der Panda die Herausforderungen der Kinder auf eine ihm bekannte Fabel, die zur Reflexion einlädt. Der sonst durchgehende 3D-Animationsstil wechselt für diese Einschübe sogar in eine 2D-Welt und erzählt eine kurze Geschichte in der Geschichte. Die Qualität dieser Erzählungen schwankt dabei auf einem hohen Niveau von Folge zu Folge der ersten Staffel, gleich zu Beginn trifft „Stilles Wasser“ aber mit der Geschichte eines Affen, der die Sonne einfangen will um mehr vom Tag zu haben, voll ins Schwarze.

Überhaupt nicht schwankend ist dagegen die Qualität der Animationen. Die liegt durchgehend über dem Niveau von vielen anderen Kinderanimationsserien und kommt in Teilen an Kinoproduktionen heran. Das stützt in diesem Fall sogar die inhaltliche Qualität der Serie, denn für Zuschauende ist es wichtig, auch feinere Mimik in den Gesichtern der Hauptfiguren zu erkennen. Immerhin dreht sich in der Serie alles um Emotionen.

Und so erinnert „Stilles Wasser“ immer wieder an einen ganz anderen und in Deutschland nicht so bekannten Vertreter des Kinderfernsehens: Fred Rogers. In Amerika erlangte Rogers als Schöpfer und Moderator der Vorschulfernsehserie „Mister Roger’s Neighborhood“ große Bekanntheit und setzte sich auf und abseits des Bildschirms dafür ein, Kinder und ihre Gefühlswelten ernst zu nehmen. Dass „Stilles Wasser“ diese Tradition des besonderen Slow-TV über 25 Jahre nach dem Ende der Sendung durch seine besonne Erzählweise fortsetzt, ist für sich allein genommen schon ein Erfolg und gleichzeitig der Beweis, dass zumindest dieses stille Wasser tief ist.

Maximilian Fischer

 

Ab 21. August 2026 startet Staffel 5 der Serie

 

© Apple TV
6+
Animation

Stillwater - USA 2020, Serien-Idee: Rob Hoegee, Homevideostart: 04.12.2020, FSK: ab 0, Empfehlung: ab 6 Jahren, Laufzeit: 25 Min. à 13 Folgen; nach der Buchvorlage „Zen Shorts“ von Jon J. Muth, Musik: Kishi Bashi, Toby Chu, Schnitt: Jack Paulson, Jill Calhoun, Produktion: Jack Liang, Cary Silver, Alex Soto

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