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Das Geheimnis des grünen Hügels

Ein zurückgenommer, stimmig inszenierter und im positiven Sinne nostalgischer Kinder-Kriminalfilm.

Knaben müssen beileibe keine Superhelden sein, um ein junges Publikum bei Laune zu halten. Dazu braucht es manchmal nur ein idyllisch gelegenes Dorf, eine Gruppe normaler Burschen und ein paar Diebstähle.

Es ist Ferienzeit. Allerorten herrscht gute Laune. Doch Kokos Familie muss eines Morgens eine traurige Entdeckung machen. Ihr Hund wurde vergiftet und der neu erstandene Rasenmäher geklaut. Als ringsherum noch weitere Gegenstände verschwinden, setzt sich Koko mit seinen Freunden auf die Spur der Diebe. Sie erhalten dadurch nicht nur überraschende Einblicke in das Leben der Dorfbewohner*innen, sondern lernen auch ihre vorschnellen Urteile zu revidieren, wie beispielsweise Außenseiter zu verdächtigen oder die Freundschaft der gleichaltrigen Mädchen auszuschlagen.

Čejen Černić schaut in ihrem Debüt zurück auf eine Zeit, als Familien noch gemeinsam beim Abendessen zu Tisch saßen – auch wenn es hier durchaus allein erziehende Eltern gibt –, das Zusammenleben noch nicht von der Allgegenwart des Handys und des Computers terrorisiert wurde. Die Kinder verbringen ihre Zeit zumeist draußen und beschäftigen sich mit harmlosen Dingen. Sie sitzen um ein Lagerfeuer herum, erzählen sich Gruselgeschichten, lesen oder angeln und baden in einem See. Manchmal holen sie sich gegenseitig auf den Boden des Alltags zurück. Die Geschlechterverhältnisse waren natürlich auch noch nicht so kompliziert wie heute. Romantische Mädchen hängen sich Kirschen ums Ohr, verführen die Jungen, indem sie den Kopf träumerisch-kokett zur Seite legen und ihnen so geheime Informationen abluchsen. Die Regisseurin zeichnet die Vielfalt dieser Form der Kindheit präzise, sie ist geruhsam und von Muße geprägt, besitzt manche komischen Momente. Ihre Erkundung des Dorflebens würzt sie durch die spannungsreich inszenierte Kriminalhandlung. Virtuos sind beide Stränge ineinander geflochten. Černić versteht es, die Zuschauer*innen durch die punktgenaue Montage, durch Kontrastierung von Nacht und in warmes Licht getauchtem Tag sowie den dramatischen Musikeinsatz, schaurig angehaucht durch Vogelstimmen, zu fesseln. Beiläufig kritisiert sie derzeit gängige Argumentationsmuster, dass das Böse von Außen kommt, erklärt es dagegen bedingt durch menschliches Fehlverhalten aus wirtschaftlicher Not heraus, bekräftigt den Wert der Solidarität.

Černićs meisterhafte Feriengeschichte kann man als subtile Antwort auf manchen lautstark und geradezu hysterisch daherkommenden Kinderfilm der Gegenwart verstehen, auf den sie anfangs anspielt. Dass die Regisseurin dabei dem gegenwärtigen nostalgischen Trend folgt, das Gute und Echte auf dem Dorf aufzuspüren, ist verzeihlich.

Heidi Strobel

© Der Filmverleih
9+
Spielfilm

Uzbuna na zelenom Vrhu - Kroatien 2017, Regie: Čejen Černić, Kinostart: 17.10.2019, FSK: ab 6, Empfehlung: ab 9 Jahren, Laufzeit: 81 Min. Buch: Hana Jušić, nach dem Kinderroman von Ivan Kušan. Kamera: Danko Vučinović. Musik: Dinko Appelt. Schnitt: Slaven Zečević. Produktion: Annika Jurić Tilić, Hrvoje Pervan. Verleih: Der Filmverleih. Darsteller*innen: Marko Tocilj (Koko), Alex Rakoš (Tomo), Jan Pentek (Žohar), Tin Gregorić (Božo), Jakov Piljek (Crni) u. a.

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